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Herstellung von Fliesen


Seit der "Geburtsstunde" der keramischen Fliese, wie wir sie in unserer kleinen Fliesengeschichte beschrieben haben, hat sich eines nicht verändert: Noch immer ist Ton der Rohstoff, der die Grundlage für diese gebrannte Baukeramik bildet.
Rohstoffe, Verfahren, Brand
Zum Ton kommen natürliche mineralische Rohstoffen hinzu. Die wichtigsten davon sind Quarz, Kaolin und Feldspat. In einigen Fällen werden dem Ton noch Dolomit, Schamott oder Calcit beigemischt. Unterschiedliche Mischungen  ?  und später Brandtemperaturen  ?  lassen verschiedene Ergebnisse entstehen.

Die aufbereitete Masse erhält ihre Form durch Strang- oder Trockenpressung. Für Feinkeramik wie keramische Fliesen wird eine Trockenpreßmasse hergestellt. Für die Strangpressung der Grobkeramik (z.B. Klinker, Cotto, rotes und Feinsteinzeug) wird eine etwas wasserhaltigere Masse benötigt. Nach einer Trockenphase folgt der Brand bei Temperaturen zwischen 900 und 1.200 Grad Celsius.
Im Falle von Einbrandfliesen werden Glasur (Metalloxyde) und Scherben gleichzeitig einem einfachen Brennvorgang unterzogen. Bei den trockengepreßten Doppelbrandfliesen gibt es zwei getrennte Brennverfahren, in denen einmal die Scherben und einmal die Gasur gebrannt werden.
Schematische Darstellung der Produktion keramischer Fliesen und Platten
Umweltverträglichkeit
Die industrielle Produktion von Baukeramik zeichnet sich durch die im weltweiten Vergleich strengsten Umweltschutzgesetze aus. In den Betrieben werden unter anderem die während der Fertigung keramischer Fliesen und Platten anfallenden keramischen Abfälle wieder in den Produktionsprozeß zurückgegeben.

Was das entstehende Abwasser betrifft, wird es schon heute von den meisten deutschen Herstellern zu einem großen Teil wiederaufbereitet und damit Abwasserkanäle, Kläranlagen und Flüsse entlastet. Auch das zum Brennen verwendete Erdgas wird in Betriebsanlagen so gereinigt, daß die in der Vergangenheit für diese Industrie so typischen hohen Schornsteine längst aus dem Erscheinungsbild verschwunden sind. Moderne Herstellungstechnologien wie zum Beispiel Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen haben zu Energieeinsparungen geführt.

An der Optimierung der Produktionsprozesse wird ständig weitergearbeitet. So ist geplant, das betriebliche Abwasser vollständig in den Produktionsprozeß zurückzuführen.