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Die Wahl fällt nicht leicht - verschiedene Formate, Farben und Dekore warten auf den
Fliesenkäufer. Jedes Jahr kommen zig neue Kreationen der Hersteller hinzu. Es ist also Entscheidungshilfe gefragt - denn die
Frage nach der idealen Fliese ist keine reine Geschmacksache.
Zwar gilt eigentlich: Was gefällt, ist auch erlaubt. Aber die räumlichen Gegebenheiten dürfen dabei nicht außer Acht
gelassen werden. |
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Raumgestaltung durch Größe
In größeren Bädern haben Sie bei der Formatfrage eigentlich freie Hand. Hier wirken sowohl großzügige Fliesen als
auch Mosaikfliesen sehr gut. Bei kleineren Räumen ist das anders.
Auch wenn Fugen oft nur 2 mm breit sind, spielen sie eine große Rolle bei der Flächenwirkung jedes Fliesenbelages: Wenn
eine Wandfläche vielfach durch Fugenlinien geteilt wird, wirkt sie insgesamt immer "kleinteilig", also weniger großzügig.
In kleinen, sehr stark unterteilten Räumen wie den immer noch oft gegebenen Minibädern wurden früher kleine Fliesen mit einem Format von 15 x 20 cm empfohlen. Mittlerweile sind großformatige
Fliesen ab 30x60 cm selbst in kleinsten Bädern gerade wegen der
überzeugenden Optik und vergrößerten Raumwirkung Standard. |
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Selbst das ist möglich: ein Badezimmerboden wie im alten Italien |
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Das Spiel mit den Fugen
Für die unterschiedliche Wirkung der Fliesenformate ist allerdings auch die Farbe der Fugen entscheidend. Es gibt bunten
Fugenmörtel in allen Farbtönen moderner Sanitärkeramik. Doch nicht immer ist eine Farbgleichheit auch empfehlenswert.
Hellere oder dunklere Fugenfarben betonen das Fliesenformat. Je stärker der Unterschied, desto deutlicher ist der Kontrast.
Übrigens, wenn die Farbe der Fugen Ihnen irgendwann nicht mehr gefällt, können Sie jederzeit die alten Fugen auskratzen und
neu verfugen. Oder Sie überstreichen die Fugen mit den dafür erhältlichen Fugenfarben.
Verlegung und Formatkombination
Das Aussehen eines Fliesenbelages hängt nicht nur von der Größe und den Formaten der Fliese ab, sondern auch von der Art
ihrer Verlegung. Durch Verlegemuster unterschiedlicher Formate lassen sich beeindruckende Flächenwirkungen erzielen. Ähnlich
wird es ja auch schon von jeher mit Friesen, Bordüren, Dekoren und Kantenfliesen gemacht. Ihr Fliesenleger wird Ihnen, wenn eine solche
"Spielerei" in Ihrem Fall möglich ist, entsprechende Vorschläge machen können.
Was die "gradlinige" Verlegung - also entlang der Wände - anbelangt, ist dies nicht immer ideal. Bei
schmalen langen Böden sollten Sie über eine "querformatige" Verlegung länglicher Fliesen nachdenken. Optisch
dürfte der Raum durch diese Maßnahme verbreitert werden.
Raumgestaltung durch Farben
Auch bei der Farbauswahl gilt es, einige Gestaltungsregeln zu beachten: Mit Farben lassen sich spezielle Wirkungen erzielen. Denn ob ein
Raum warm oder frisch, beruhigend oder anregend wirkt, hängt zu einem großen Teil von den Farben ab.
Kalte und warme Farben
Untersuchungen haben gezeigt, daß helle - besonders Weiß - und kalte Farben Räume optisch um bis zu
10 Prozent vergrößern. Mit diesen Farben (Blautöne, Violettblau und Blaugrün) können Sie also Weiträumigkeit
erzielen. Die sogenannten warmen Farben (Gelb-, Orange-, Rottöne, aber auch Braun- oder Erdfarben) lassen Räume hingegen
kleiner wirken. Das bedeutet Sie gehören nur in große Bäder, Küchen, etc. |
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| Experimente bewiesen auch, daß man sich in seinem Wärmeempfinden bei entsprechender Farbgestaltung um
2 bis 3 Grad verschätzen kann. Es geht bei der Farbwahl also um weit mehr als die reine Raumgestaltung - es geht auch ums
Wohlbefinden. Bei der endgültigen Entscheidung für eine der kalten oder warmen Farben hilft Ihnen vielleicht die folgende grobe
"Farbenlehre" weiter: |
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wirkt heiter, auch wenn es mit dunklen Farben zusammengebracht und kombiniert wird. Es erhöht die
Antriebskraft, wirkt anregend und belebend. |
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ist eine Mischfarbe aus Rot und Gelb, die aktiviert und belebt. Wird es mit Weiß aufgehellt, verliert es
seine Leuchtkraft. |
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läßt sich nicht leicht unterdrücken. Es hat die größte Wirkung auf den menschlichen
Körper: Der Puls und die Atmung werden beschleunigt. Diese Farbe steigert die Empfindungen. |
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als Mischung aus Rot und Blau macht passiv und wirkt beruhigend. |
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erhöht die Konzentration, kann aber auch deprimierend und passiv wirken. Mit Weiß aufgehelltes Blau
behält seine kühle und unnahbare Wirkung. |
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beruhigt stark und wirkt ausgleichend - kann sogar abstumpfend sein. Man kann Grün weder als warme noch als
kalte Farbe bezeichnen. Durch einen etwas gelblicheren Ton wirkt die Farbe freundlicher. Eine Abtönung mit Blau macht Grün
wesentlich kälter und aggressiver. |
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Diese Farbwirkungen können allerdings nur als grobe Richtwerte gelten, denn Farben und ihre Wirkung
können sich auf unterschiedliche Weise verändern: unter anderem durch die Farbintensität, die Größe der
Farbflächen, die Kombination verschiedener Farben und selbstverständlich auch die Beleuchtung (denn dunklere Farben "schlucken"
Licht, helle reflektieren es).
Farb-, Dekor- und Materialkombinationen
Bei der Entscheidung für eine Farbe sollten Sie bleiben ? und zwar für den kompletten Raum. Er sollte von einem Farbton bestimmt
werden. Auch hier gilt: Weniger ist meist mehr, um Farbharmonie zu gewährleisten. Denn das Zusammenstellen von Farben aus einer
"Familie" (zum Beispiel alle Gelbtöne) ist nicht besonders schwierig. Die Farben wirken meist harmonisch und ausgeglichen.
Schwieriger wird es bei "Kontrastfarben", wie zum Beispiel Rot und Blau, also Farben, die nicht zu einer "Farbfamilie" gehören. Man
kann die Wirkung der Zusammenstellung nur schwer im voraus bestimmen und einkalkulieren. Übrigens: Vergessen Sie in diesem Zusammenhang
nicht, auch farbharmonische Aspekte bei Möbeln und Vorhängen sowie Sanitärobjekten und Armaturen zu beachten. Sie sollten
von Anfang an in die Farbplanung mit einbezogen werden.
Sollten Sie einen Einsatz von Bordüren, Riemchen oder Dekorfliesen erwägen, können Sie sich darauf verlassen, daß
diese bei großen unifarbenen Flächen besonders gut wirken. Mit Bordüren können Fliesenbeläge zudem optisch
eingegrenzt werden. Am Boden verleihen kleine Einleger dem Fliesenbelag zusätzlichen Reiz. Möglicherweise würden Sie einen
sehr großen Raum optisch gerne in "Zonen" unterteilen.
Übrigens gibt es in Ausnahmefällen einen guten Grund, vielleicht doch vom "Ton in Ton" abzuweichen und zwei sehr unterschiedliche
Farben innerhalb einer Fliesenfläche zu verwenden. Wenn Sie zum Beispiel einen schmalen, langen Raum optisch verbreitern wollen, ist
dies mit Karos möglich. Ein Schachbrettmuster, also Schwarzweiß-Dekor, ist vielleicht nicht jedermanns Fall, aber vielleicht
gefällt Ihnen eine andere Farbe in Kombination mit weißen Fliesen.
Es bleibt noch die Möglichkeit, polierte Fliesenoberflächen mit matten und glänzenden zu kombinieren oder auf
Materialkompositionen aus Keramik und Marmor zu setzten. Auch diese Variationen können reizvolle Effekte erzielen. Allerdings sollten
Sie diese Arrangements nicht auf "gut Glück" wagen, sondern sich in entsprechenden Ausstellungen Anregungen holen. |
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