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Ausblühungen auf nässebelasteten, verfliesten Böden


Vielen Hausbesitzern hat schon was geblüht - aber da, wo man keine "Blüten" haben will, nämlich auf verfliesten Terrassenböden oder im Innenbereich da, wo viel mit Wasser hantiert wird. Es kommt durch die Fugen zu schmutzig-weißlichen Flecken. Der Fachmann spricht von Alkalisilikatausblühungen, die niemals auf immer trockenen Flächen auftreten, sondern immer da, wo Trocken- und Naßperioden einander abwechseln. Produktmanager Lothar Ganswindt von der PCI schreibt in diesem Beitrag, wie man solche Ausblühungen vermeiden kann:
Sehen wir uns den Begriff "Alkalisilikat" näher an. Ein hydraulisch abbindendes Verlegesystem ist aus folgenden Komponenten zusammengesetzt:

  • Zement (Alkali)
  • Sand (Silikat)
  • Zusatzmittel wie Steuersubstanzen usw.
Damit der Zement abbinden kann, wird diesem Verlegesystem Wasser zugegeben. Das Anmachwasser hat aber nur in den seltensten Fällen etwas mit Alkalisilikatbildung zu tun. Logischerweise muß also nur das Wasser eine Rolle spielen, das anschließend, nach Durchhärtung des Verlegemörtels, auf den keramischen Belag gelangt und durch die Fugen unter den Belag in den Verlegemörtel und die Lastverteilungsschicht eindringt.
Die Erklärung
Untersucht man keramische Beläge mit vorhandenen Alkalisilikatausblühungen und schlägt den Belag ab, stellt man immer fest, daß sich unter dem Belag Hohlräume befinden, in denen sich das Wasser staut. Dieses Wasser in den Hohlräumen unterhalb keramischer Beläge ist somit verantwortlich für die chemische Reaktion zwischen dem stark alkalischen Medium des Zements (Alkali) und dem Zuschlagstoff Sand (Silikat). Der Chemiker weiß, daß dieser chemische Prozeß in der Hauptsache durch amorphe, teilkristalline Kieselsäure hervorgerufen wird.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, daß vorzugsweise beim Verlegen im Dünnbett ohne Anwendung des Buttering-Floating-Verfahrens (kombiniertes Verfahren) nach DIN 18157 Teil 1 "Ausführung keramischer Bekleidungen im Dünnbettverfahren, hydraulisch erhärtenden Dünnbettmörtel" Hohlräume unter dem keramischen Belag vorprogrammiert sind. Die Forderung, z.B. Plattenbeläge im Außenbereich im Buttering-Floating-Verfahren zu verlegen, ist dem Praktiker vor Ort selbstverständlich geläufig.

Sein Gegenargument: Technisch ist der Einsatz des Buttering-Floating-Verfahrens zwar richtig, doch wer bezahlt das? Wie bekomme ich den Auftrag, wenn im Angebot die merklich höheren Lohnkosten bei Anwendung des Buttering-Floating-Verfahrens sehr zu Buche schlagen?

Nach diesem Kurzausflug in den Kalkulationsbereich wieder zurück zur Chemie der Alkalisilikatausblühungen.
Die Entstehung von Alkalisilikat
Das vorhandene Wasser (chemische Formel: H2O) unter dem keramischen Belag reagiert mit den alkalischen Inhaltsstoffen des Zements zu einer stark alkalischen Base/Lauge (MeOH). Diese stark alkalische Base setzt sich mit dem Sand, der teilweise amorphes, teilkristallines Siliziumdioxid (SiO2) enthält, um. Er ist in jedem hydraulisch abbindenden Verlegemörtel als notwendiger Zuschlagstoff vorhanden. Eine chemische Reaktion läuft ab, die durch Wärme beschleunigt wird. Es entsteht eine neue wasserlösliche, chemische Verbindung, das Alkalisilikat (MesSiO3). Die neu entstandene Substanz erinnert zunächst an Bienenhonig mit guter Löslichkeit im Wasser. Dies ist auch der Grund dafür, daß z.B. in Betonschwimmbecken keine Alkalisilikatausblühungen auftreten, da die Substanz mit dem Schwimmbadwasser von der Oberfläche des keramischen Belages abgelöst wird. Im Außenbereich, z.B. in Beckenumgängen von Schwimmbädern, läßt sich in dieser Phase Alkalisilikat noch mühelos mit Wasser abwischen.

Das gebildete Alkalisilikat wird mit dem überschüssigen, verdunstenden Wasser nach außen transportiert. Eine weitere chemische Reaktion setzt ein, hervorgerufen durch das in der Luft enthaltene Kohlendioxid (CO2). Es ist bekannt: Kohlendioxid ist natürlicher Bestandteil der Luft und mit 0,03 Vol.-% enthalten.

Das vorhandene Alkalisilikat wandelt sich bei diesem chemischen Prozeß in harte kristalline Kieselsäure (SiO2) um, die in Form von schmutzigen, weißlichen Ausscheidungen sichtbar wird. Sie verzahnt sich dabei sehr gut mit dem Untergrund und ist deswegen auch nur sehr schwer mechanisch zu entfernen. Aufgrund der chemischen Struktur der gebildeten Kieselsäure ist es unmöglich, sie mit handelsüblichen Zementschleierentfernern aufzulösen. Lösen würde sich die kristalline Kieselsäure nur in flußsäurehaltigen Präparaten. Von einer derartigen Behandlung muß jedoch dringend abgeraten werden, da durch Flußsäure auch die Glasur des keramischen Belages erst an- und anschließend im Extremfall aufgelöst wird.
Wie können Alkalisilikatausblühungen vermieden werden?
Unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse läßt sich die Frage leicht beantworten und die sich ergebende Konsequenz für den Praktiker vor Ort so definieren: Nur eine hohlraumfreie Verlegung verhindert das Auftreten von Alkalisilikatausblühungen, denn:

Keine Hohlräume unter dem Plattenbelag! => Kein Wasser unter dem Plattenbelag! => Keine Alkalisilikatausblühungen!

Der Einsatz von wasserundurchlässigen Fugenmörteln, wie z.B. PCI-Flexfuge, entbindet nicht von der Notwendigkeit, keramische Beläge bei gegebener Naßbelastung hohlraumfrei zu verlegen. Wasserundurchlässige Fugenmörtel dürfen nicht als Ersatz für Abdichtungsmaßnahmen nach geltenden Normen eingesetzt werden.
Die PCI-Problemlösung: Sicherheits-Dichtschlämme PCI-Seccoral und Fließbettmörtel PCI-Polyflott.
Bei der Anwendung der Sicherheits-Dichtschlämme PCI-Seccoral, die sich direkt unter dem keramischen Belag befinden, ist eine alternative Abdichtung mit einem hohen Maß an langfristiger Funktionssicherheit gewährleistet. PCI-Seccoral schützt den keramischen Belag im Außenbereich vor Bodenfeuchtigkeit, d.h. Feuchtigkeit, die aus dem Erdreich aufsteigen kann, und vor nichtdrückendem Oberflächen- und Sickerwasser. PCI-Seccoral ist flexibel, rißüberbrückend, frost- und alterungsbeständig.
Der Einsatz von PCI-Polyflott stellt ebenso eine überaus attraktive Problemlösung dar. Der plastisch gießfähige Verlegemörtel, der ausgegossen nur mit der Mittelbettkelle verteilt wird, ersetzt das Buttering-Floating-Verfahren. Die hiermit verbundene Zeitersparnis, da das Aufziehen des Verlegemörtels auf der Rückseite der Platten entfällt, senkt die Lohnkosten erheblich und gewährleistet doch ein hohlraumfreies Mörtelbett. PCI-Polyflott ist wasserfest und frostbeständig, somit universell innen und außen einsetzbar.



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