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Sachsens Landeshauptstadt Dresden hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu bieten - mit der Semperoper und der
Frauenkirche an der Spitze. Kaum weniger sehenswert und zudem noch rekordverdächtig ist der Fürstenzug, der als das größte Porzellanbild
der Welt gilt. Die Zahlen rund und das Kunstwerk sind beeindruckend: 25.000 Keramikfliesen wurden verwendet, das Werk ist 102 Meter lang
und 9 Meter hoch, was eine Fläche von fast 1.000 Quadratmetern ergibt. Da hätten rein von der Fläche zwei Einfamilienhäuser locker drin
Platz. Nun ist der Fürstenzug aber schmal und lang, was daran liegt, dass insgesamt 94 Personen darauf abgebildet werden. Genauer gesagt
sind es 35 Markgrafen, Kurfürsten und Könige Sachsens sowie 59 Wissenschaftler, Künstler, Handwerker, Soldaten, Kinder und Bauern und
weiterhin zahlreiche Pferde und sogar zwei Windhunde. Es ist die Ahnengalerie der Wettiner, die zwischen 1123 und 1904 in Sachsen regierten.
Berühmtester Vertreter der Herrscherfamilie ist wohl August der Starke, der zwischen 1694 und 1733 in Sachsen und dann auch in Polen herrschte.
Der Fürstenzug befindet sich an der Außenseite des Stallhofs des Dresdner Schlosses hinter dem Langen Gang. Er wurde 1876 von Wilhelm Walther
geschaffen. Der ursprüngliche Entwurf in Sgraffitotechnik litt sehr unter den Witterungseinflüssen. Er wurde deshalb von 1905 bis 1907 auf
Kacheln aus der Meißner Porzellanmanufaktur übertragen. Dreimal wurden die Fliesen bei Temperaturen über 1000 Grad gebrannt, um dann fugenlos
an der Wand angebracht zu werden. Gute Arbeit, denn der 102 Meter lange Fürstenzug überstand sogar das Inferno des 13. Februar 1945, als
Dresden ausgebombt wurde. Das in sehr guter Qualität gefertigte Porzellanbild löste sich auch in dem anschließenden Feuersturm nicht von der
Wand. Ab 1957 wurde am Fürstenzug ein LKW-Fahrverbot verhängt, um das Wandbild vor Erschütterungen und dem Verrußen zu schützen. In den Jahren
1978/79 fand eine umfassende Restaurierung des Wandbildes statt, bei der Verschmutzungen und Feuerspuren chemisch entfernt und 654 im Krieg
beschädigte Kacheln rekonstruiert wurden. Heutzutage macht dem Bild vor allem die Luftverschmutzung zu schaffen.
Die Fotos stammen von pixelio.de
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